Abwasserreinigung

Reinigung_Prozess

Prozess

Kiesfang

Kiesfang

Die grobblasige Belüftung bewirkt, dass die leichten Stoffe in Schwebe bleiben und sich Steine und grober Sand absetzen. Das Kies wird mit einem Greifer in die Sandmulde geladen und einer Inertstoffdeponie zugeführt.

Inhalt 4 m3
Kiesanfall pro Jahr 10 m3

Feinrechen

feinrechen

Grobstoffe, welche grösser sind als 3 mm, werden mit den Rechen aus dem Abwasser entfernt. Das Rechengut wird ausgewaschen, in der Rechengutpresse entwässert und in die Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt.

 – Stababstand 3 mm
 – Rechengutanfall pro Woche 2 Container
– Rechengutanfall pro Jahr 30 t

Sandwaschanlage

sandwaschanlage

Aus dem Sandfang wird ein Gemisch aus Abwasser, Sand und organischem Material in den Sandwäscher gefördert. Der organische Anteil wird ausgewaschen und fliesst ins Mischbecken, der Sand wird mit einer Austragschnecke in die Sandmulde gefördert. Nach der Endkontrolle wird er einer Inertstoffdeponie zugeführt.

 – Mineralischer Anteil > 95 %
– Sandanfall pro Jahr 20 m3

Sandfang

sandfang

Mittels grobblasiger Belüftung wird eine Wasserwalze erzeugt. Dadurch bleiben die leichten organischen Teile in Schwebe und fliessen weiter, die schweren Sandpartikel dagegen sinken zu Boden.

 – Inhalt 2 x 120 m3
– Aufenthaltszeit 1 Std.

Mischbecken

mischbecken

Hier werden einerseits die unterschiedlichen Zuflussmengen aus den Sandfängen ausgeglichen und andererseits die verschiedenen internen Rückläufe wie Faulwasser, Filtrat und Überschussschlamm mit dem Abwasser gemischt und der weiteren Reinigung zugeführt.

 – Inhalt 50 m3

Regenüberlaufbecken

regenbecken

Weil bei Regen mehr Abwasser der Kläranlage zugeführt wird, als diese verarbeiten kann, wird ein Teil in das Regenüberlaufbecken geleitet und zwischengestapelt. Bei länger anhaltendem Regen wird das stark verdünnte, grob geklärte Abwasser, nach dem Siebrechen, direkt in die Ilfis abgeleitet. Nach dem Regen wird das zwischengestapelte Abwasser mit einer Pumpe in den Zulauf gefördert.

 – Inhalt 2 x 220 m3
– Maschenweite Siebrechen 4 mm

Vorklärbecken

vkb

Als Folge der kleinen Fliessgeschwindigkeit setzen sich die noch vorhandenen Grobstoffe am Boden ab. Der Bodenschild des Räumers schiebt den abgesetzten Schlamm in die Trichter, der Schwimmschlammschild die aufschwimmenden Fettpartikel zur Schwimmschlammrinne. Diese beiden Schlämme werden mehrmals täglich in den Frischschlammschacht abgeleitet.

 – Inhalt 2 x 270 m3
– Aufenthaltszeit 2 Std.
– Frischschlammmenge pro Tag 40 m3

Stapelbecken Rückläufe

stbruecklaeufe

Stark ammoniumhaltiges Wasser aus der Faulung und der Schlammentwässerung wird hier zwischengelagert. Während der Nacht, wenn die Schmutzfracht im Zulauf klein ist, wird es via Mischbecken der Abwasserbehandlung zudosiert.

 – Inhalt 2 x 150 m3

Anox-Zonen

anox

Mit dem Rücklaufschlamm wird Nitrat und mit dem Abwasser gelöste, organische Stoffe (Kohlenstoff) der Denitrifikation (Stickstoffelimination) zugeführt. Unter Ausschluss von Sauerstoff können viele Bakterien Nitrat zum Abbau von organischen Stoffen nutzen, wobei das Nitrat (NO3) zu elementarem Stickstoff (N2) reduziert wird.

 – Inhalt 4 x 250 m3
 – Aufenthaltszeit 3 Std.

Belüftungsbecken

belueftung

Viele verschiedene Bakterien und Kleinstlebewesen können unter Zugabe von Sauerstoff den grössten Teil der gelösten organischen Verbindungen abbauen. Spezielle Bakterien sind verantwortlich für die Nitrifikation, das heisst, für die Oxidation von Ammonium (NH4) zu Nitrit (NO2) und weiter zu Nitrat (NO3).

 – Inhalt 4 x 850 m3
 – Aufenthaltszeit 10 Std.

Nachklärung

nkb

Die Biomasse aus dem Belüftungsbecken setzt sich ab und wird mit dem Kettenräumer in die Trichter gefördert. Von dort gelangt 98% als Rücklaufschlamm zurück in die Anox – Zone. Die restlichen 2% werden als Überschussschlamm aus dem System entfernt und der Schlammbehandlung zugeführt. Aufschwimmende Schlammflocken werden auf der Oberfläche abgeschöpft und gelangen ebenfalls zur Schlammbehandlung. Das gereinigte Abwasser fliesst durch die Tauchrohre und nach der Endkontrolle in die Ilfis.

 – Inhalt 4 x 950 m3
 – Aufenthaltszeit 12 Std.

Phosphatfällung „(Chemische Reinigung)“

p-faellung

Durch Zugabe von Metallsalzen (Eisen-III-chloridsulfat) zum Rücklaufschlamm, bilden sich mit dem gelösten Phosphat schwerlösliche Metall-Phosphat-Verbindungen, welche sich an die Schlammflocken binden und im Nachklärbecken absetzen. Zusammen mit dem Überschussschlamm werden diese zur Schlammbehandlung gefördert.

– Dosiermenge ca. 8 l/h

Vorentwässerung

vea

Dem Überschussschlamm aus der biologischen Reinigung wird unter Zugabe eines Flockungshilfsmittels etwa 90% Wasser entzogen. Diese Massnahme dient der Volumenreduktion für die weitere Schlammbehandlung.

 – Durchsatz 2 x 25 m3/h

Schlammerhitzung

hyg

Im Wärmetauscher wird der Frischschlamm erhitzt und anschliessend in den Faulraum gepumpt.

 – Durchsatz pro Tag 50 m3

Faulraum

fr

Unter Ausschluss von Sauerstoff und bei einer Temperatur von ca. 38°C finden die Methanbakterien das ideale Klima, um den organischen Anteil des Frischschlamms in Gas umzuwandeln. Das dabei entstehende Klärgas besteht im Wesentlichen aus 60% Methan und 40% Kohlensäure. Es wird durch Leitungen abgeführt und in Filtern gereinigt bevor es als Brennstoff genutzt werden kann.

 – Inhalt 2 x 900 m3
 – Aufenthaltszeit 30 Tage

Gasometer

gasometer

Klärgas aus dem Faulraum wird im Gasometer zwischengelagert und abgekühlt bevor es zur Verbrennung im Blockheizkraftwerk oder Heizkessel weitergeleitet wird. Während Wartungsarbeiten am Blockheizkraftwerk, kann es vorkommen, dass überschüssiges Gas mit der Gasfackel verbrannt werden muss.

 – Inhalt 300m3
 – Gasdruck 50 mbar
 – Durchsatz Gasfackel 60 m3/h

Blockheizkraftwerk

bhkw

Die Energie im Klärgas wird im Blockheizkraftwerk (BHKW), das aus einem Gasmotor mit angekoppeltem Generator besteht, in elektrischen Strom und Wärme umgewandelt. Das BHKW erzeugt etwa 95% der Elektrizität und 100% der Wärme, welche in der ARA benötigt wird.

 – Elektrische Leistung 130 kW
 – Thermische Leistung 160 kW

Schlammentwässerung

sea

Dem Klärschlamm wird mit einer Schneckenpresse bis zu 75% Wasser entzogen. Anschliessend wird er in der Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt.

 – Durchsatz pro Tag 80 m3

Biofilter

biofilter

Geruchsbelastete Abluft wird aus dem Rechenhaus, den Vorlagebehältern und den Frischschlammschächten abgesogen, mit Wasser befeuchtet und durch ein Gemisch aus Holzschnitzel und Heidekraut geblasen. In diesem Biofilter finden bestimmte Mikroorganismen das ideale Klima um den Geruch abzubauen.

 – Luftdurchsatz 1800 m3/h

Fällmittellager

faellmitteltank

In säurebeständigen Behältern lagern Stoffe für die chemische Reinigung, welche mit Membranpumpen in kleinsten Mengen der Biologie zudosiert werden. Normalerweise wird Eisen-III-chloridsulfat als Fällmittel dem Rücklaufschlamm zugegeben. Wenn sich in der Biologie unerwünschte Fadenbakterien bilden, wird mit Aluminiumsulfat wieder ein stabiler Betrieb erreicht.

 – Tankinhalt Eisen-III-chloridsulfat 24 m3
 – Tankinhalt Aluminiumsulfat 12 m3
 – Tankinhalt spezielle Fällmittel 12 m3

Labor

labor

Damit die ARA mit der grösstmöglichen Reinigungsleistung betrieben werden kann, sind tägliche, umfangreiche Messungen, Analysen und Kontrollen notwendig. An jedem 5. Tag werden im gereinigten Abwasser folgende, vom Amt für Wasser und Abfall (AWA) vorgeschriebene Parameter untersucht: Ammonium (NH4), Nitrit (NO2), Nitrat (NO3), Phosphat (Pgesamt), Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) und Gesamt ungelöste Stoffe (GUS). Mit dem Mikroskop wird der Belebtschlamm aus der Biologie untersucht. Die Artenvielfalt der Mikroorganismen gibt Auskunft über deren Lebensbedingungen. Zur Qualitätssicherung führt das kantonale Gewässer- und Bodenschutzlabor regelmässig Kontrollanalysen durch und vergleicht sie mit unseren Messwerten.

Leitsystem

leitsystem

 

Für die Steuerung und Überwachung der Anlage steht uns ein Prozessleitsystem zur Verfügung. Zwei unabhängige Rechner sowie zwölf dezentrale Steuerungen (SPS) garantieren eine hohe Verfügbarkeit. Die von uns erfassten Betriebsdaten dienen hauptsächlich der Optimierung des Betriebes, aber auch dem Amt für Wasser und Abfall (AWA) zur Kontrolle, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden.